Emil Grigorjewitsch Gilels (; * in Odessa; † 14. Oktober 1985 in Moskau) war ein russischer
Pianist. Neben Svjatoslav Richter galt er als der bedeutendste sowjetische Pianist seiner Generation.
Mit sechs Jahren begann er Klavier zu spielen. 1930 begann er am Konservatorium in Odessa Klavier zu studieren. Er gewann 1933 den ersten Preis beim neu gegründeten sowjetischen Musikwettbewerb. Nach dem Studium in Moskau bei
Heinrich Neuhaus gewann er 1938 den Ysaÿe-Musikwettbewerb (Königin-Elisabeth-Wettbewerb), wo er sich u. a. gegen
Arturo Benedetti Michelangeli durchsetzte.
Sergei Prokofjew widmete Emil Gilels 1942 seine 8. Klaviersonate, die Gilels uraufführte.
Gilels erhielt weitere Auszeichnungen, so den Stalinpreis 1946 und den Leninpreis 1962.
Als einer der ersten sowjetischen Künstler debütierte er 1955 mit dem ersten Klavierkonzert Tschaikowskis in den USA.
Im Zentrum seines umfassenden Repertoires standen die Wiener Klassiker sowie Werke von
Schumann,
Brahms, aber auch Kompositionen der Barockmusik und des 20. Jahrhunderts. So entwickelte er gemeinsam mit
Gidon Kremer und
Lazar Gosman als Mitglied des Leningrader Kammerorchesters Aufarbeitungen von mehr als 200 Werken der Kammermusik, darunter Stücke von Dmitri Schostakowitsch und
Benjamin Britten. Das internationale Emil Gilels Gedenkprojekt im Internet gewährt Einblicke in das Leben und Wirken des Musikers.